„Dieser außerordentliche Mann würde, bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers haben gelten können. […] Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.“
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Der Pferdehändler Michael Kohlhaas soll an einer Grenze, die er bereits oft überquert hat, plötzlich einen Passierschein vorzeigen. Als Pfand werden ihm zwei Pferde abverlangt, die er bei seiner Rückkehr halb verhungert vorfindet. Es entsteht ein Rechtsstreit, der sich nach und nach zu einem gewaltsamen Rachefeldzug ausweitet.
Heinrich von Kleists berühmte Novelle über einen „der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit“ stellt Fragen nach Schuld, Recht, Individuum und Gesellschaft, sie erzählt von den Mechanismen des Terrors und von der Sogwirkung eskalierender Gewalt.
Andreas Kriegenburg, einer der stilprägenden und bildstärksten Regisseure seiner Generation, inszeniert Michael Kohlhaas in einer Koproduktion des Deutschen Theater Berlin, der Bregenzer Festspiele und der Théâtres de la Ville, unter Beteiligung der Luxemburger SchauspielerInnen Brigitte Urhausen und Max Thommes. Vom Nestroy- und Faust-Theaterpreisträger Kriegenburg waren in Luxemburg zuletzt Otello (2012) und Ein Käfig ging einen Vogel suchen (2019) zu sehen.
distribution
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