#39 SÜDEN

#39 SÜDEN

Julien Green
Übersetzung von Irène Kuhn
Création

[DE] „Liebesgeschichten, das ist nichts für Kinder“, brüllt die alte Evelina. Es sind die letzten Stunden vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges zwischen Nord- und Südstaaten – und die Welt fünf junger Menschen steht vor dem Zusammenbruch. Sie sind von ihren Gefühlen überfordert und geraten an die Grenzen ihrer Vorstellungen von Sexualität, Identität und Schuld. Zum Schutz der öffentlichen Sittlichkeit wurde Julien Greens Theaterstück Süden nach seiner Entstehung 1953 in Luxemburg und anderen europäischen Ländern verboten.

„So wie Strindberg“, schreibt Walter Benjamin, „nimmt Green seinen Menschen die Opiate des Lebens, und vor allem ihre Gewohnheit fort“. In Süden findet der Kampf schon zwischen den Figuren auf der Bühne statt, noch bevor der eigentliche Krieg beginnt. Sie erfinden sich Liebesgeschichten, reiben sich selbstgeschriebene Briefe über den Körper und haben solche Angst vor Beziehungen, dass sie sich einen Gott erfinden – um trotzdem an ihrem falschen Glauben zu scheitern. Ausnahme ist der 14-jährige Jimmy: Zu jung, um diese Leidenschaften zu kennen, kann er das „Liebesgetümmel“ um sich herum nicht verstehen. Aber auch er wird schlussendlich Opfer einer Welt, die ihn bestraft und ihm jegliche menschliche Wärme verwehrt.

Über diese Schicksale, Ängste und Gefühle wird in Thierry Moussets Inszenierung von Süden nicht gerichtet; im Fokus stehen die Zerrissenheit der Figuren und die konservativen Strömungen einer Gesellschaft, die durch ein Klima des Rassismus, der Ausgrenzung und der Gewalt den Zusammenhalt und die Offenheit der Menschen bedroht.

Als Teilnehmer am ersten TalentLAB#16 zählt Thierry Mousset sicherlich zu der neuen Generation von Luxemburger Regisseuren, die mit Arbeiten wie Brooklyn Boy Made Good (2017 im Kapuzinertheater) und Oh du do uewen, deem seng Hand (2017 im Kasemattentheater) bereits auf sich aufmerksam machen konnte. Nach seiner dramaturgischen Mitarbeit bei Thorsten Lensings Unendlicher Spaß (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2019), unterstützt von den Théâtres de la Ville und dem FOCUNA-Stipendium, inszeniert er nun zum ersten Mal am Grand Théâtre mit einer erstklassigen Besetzung aus drei Ländern.

» Erstklassiges Schauspielertheater. D'Lëtzebuerger Land, Josée Hansen

» Interessant zu sehen, wie eklatant unterschiedlich die Spielstile der Akteure sind, wie das zusammenpasst in diesem Schauspielertheater. Trierischer Volksfreund, Dirk Tenbrock

[DS]

Mit
Ian Wizcewski, 22 Jahre Andreas Lust
Regina, 18 Jahre Meike Droste
Edward Broderick, 40 Jahre Cornelius Schwalm
Evelina Strong, 50 Jahre Catherine Janke
Angelina, 16 Jahre Anna Grisebach
Jimmy, 14 Jahre Denis Jousselin
Erik Mac Clure, 20 Jahre Luc Schiltz

Regie Thierry Mousset
Bühne Marie-Luce Theis
Kostüme Uli Simon
Licht Steve Demuth
Regieassistenz Sally Merres
Kostümassistenz Marie Katharina Fischer
Produktionsleitung Eva-Karen Tittmann (Management für Kultur/Berlin)
Produktionsleitung Hélène Landragin (Théâtres de la Ville de Luxembourg)
Technische Leitung Martina Schulle

Garderobe Manuela Giacometti
Maske Julie Asselborn
Requisite Noémie Tudoux
Bau des Bühnenbilds Werkstätte der Théâtres de la Ville de Luxembourg
Maler / Dekorateur Alessandro Lanzillotti

Produktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
Aufführungsrechte beim Thomas Sessler Verlag

 

 

Samedi 18 JANVIER 2020 à 20h00 (tickets)
Jeudi 23 JANVIER 2020 à 20h00 (tickets)
Vendredi 24 JANVIER 2020 à 20h00 (tickets)
Samedi 25 JANVIER 2020 à 20h00 (tickets)

DURÉE environ 2h00 (pas d'entracte)

Einführung zum Stück von Frau Simone Beck 1/2 Stunde vor jeder Vorstellung. (DE)

Adultes 20 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Grand Théâtre / Studio

Spectacle en tournée

Le 8 février 2020 au Staatstheater Mainz
Le 11 février 2020 au Staatstheater Saarbrücken
 

[TICKETS]2020-01-18 20:00:00 27400+2020-01-23 20:00:00 27401+2020-01-24 20:00:00 27402+2020-01-25 20:00:00 27403

Trailer Süden (c) Dan Schank Videoproductions.mp4 from Les Théâtres on Vimeo.