#54 DIE PERSER
GRAND THÉÂTRE | GRANDE SALLE

#54 DIE PERSER

AISCHYLOS

ÜBERSETZUNG VON HEINER MÜLLER
NACH EINER ÜBERTRAGUNG VON PETER WITZMANN

[DE] 480 v. Chr. verloren die Perser in der Schlacht bei Salamis gegen die ihnen zahlenmäßig weit unterlegenen Griechen. Acht Jahre später schrieb Aischylos die älteste überlieferte Tragödie der Weltliteratur. Ein Grieche spricht zu Griechen, als wäre er ein Perser und stellt nicht den Sieg, sondern die Katastrophe der Niederlage dar. In Botenberichten, Litaneien, Dialogen und Erklärungen rückt etwas Verborgenes, in dunklen Ahnungen und Befürchtungen sich Abzeichnendes immer stärker ins Sichtbare. Die Erkenntnis der Niederlage fügt sich zu einem einzigen langen Schrei.

"Das ist das Faszinierende an solch alten Texten. Wie wenig sich geändert hat" , schreibt Heiner Müller. In Müllers und Peter Witzmanns Übersetzungen inszeniert Dimiter Gotscheff Die Perser.

Die Perser wurden von den Theaterkritikern der Fachzeitschrift "Theater heute" zur besten deutschsprachigen Inszenierung der Spielzeit 2006/07 gewählt.

Dimiter Gotscheff, in Bulgarien geboren, kam Anfang der sechziger Jahre nach Ost-Berlin, um Tiermedizin zu studieren. Nach kurzer Zeit wurde er jedoch Schüler und Mitarbeiter von Benno Besson, erst am Deutschen Theater, später an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Seine erste Inszenierung war Heiner Müllers Die Weiberkomödie in Nordhausen. 1979 verließ Gotscheff in Zusammenhang mit der Ausbürgerung von Wolf Biermann die DDR und kehrte nach Bulgarien zurück. Seit Mitte der achtziger Jahre arbeitet er an vielen deutschsprachigen Bühnen von Wien bis Hamburg. Wiederholt wurden seine Arbeiten auch als "Inszenierung des Jahres" von der Fachkritik ausgezeichnet; für Iwanow erhielt er den 3Sat-Preis beim Theatertreffen 2006. Am Deutschen Theater ist Dimiter Gotscheff seit 2006/07 als fester Regisseur engagiert. Die Perser wurde von der Presse als eine der "herausragendsten Inszenierungen des Jahres" (Der Tagesspiegel) gefeiert. In seiner Inszenierung von Heiner Müllers Die Hamletmaschine ist Dimiter Gotscheff erstmals auch als Schauspieler auf der Bühne des Deutschen Theater zu sehen. Dimiter Gotscheff ist Träger des Peter-Weiss-Preises der Stadt Bochum.

» Dimiter Gotscheffs schnörkellose Inszenierung mit dem virtuosen Darstellerquartett macht aus der Tragödie ein lichtes Kinderspiel über Werden und Vergehen; aus dem Kinderspiel aber einen giften Abgrund, in dem mehr als eine Flotte versinken kann, heute nicht weniger als gestern.
Frankfurter Allgemeine Zeitung

» Gotscheff und seine vier teuflisch-gewaltigen Spieler Bendokat, Zilcher, Koch und Finzi haben die Tragödie radikal auf jene Wand und auf die Worte reduziert und folgen so der Müller'schen Übersetzung [...]. Die Worte fallen wie Meteoriten aus der Zeit und schlagen im Augenblick ein. Die scharfkantigen Bedeutungsbruchstücke durchfahren ungebremst die von der Aufklärung ondulierten Hirnwindungen der Zuschauer. Bendokat ist dabei eine Maschine, die die Worte mit mechanischer Präzision abschickt, Zilcher ein Weib, das sich die Worte aus dem Leib reißt.
Berliner Zeitung

MIT Margit Bendokat, Almut Zilcher, Samuel Finzi, Wolfram Koch

REGIE Dimiter Gotscheff
BÜHNE Mark Lammert
KOSTÜME Mark Lammert
DRAMATURGIE Bettina Schültke

PRODUKTION Deutsches Theater Berlin

Donnerstag 3. MÄRZ 2011 um 20.00 Uhr (tickets)
Kulturpass, bienvenue!

DAUER 1 Stunde 30 Minuten (keine Pause)

Erwachsene 25 €, 20 €, 15 € / Studenten 8 €