Samstag 29. November 2008 um 20 Uhr
Erwachsene 20 €, Studenten 8 €
Mehr als jeder andere Liederzyklus Wolfs, nach Gedichten von Paul Heyse, ist das Italienische Liederbuch auf das Mit- und Gegeneinander der Geschlechter konzentriert, das von jeher die Opernhäuser zur erotischen Anstalt bestimmt hat. Den meisten Opern hat es aber den Humor voraus, mit dem das Weh und Ach des immer wieder einmal zum Scheitern verurteilten Projekts Liebe entschärft wird.
DE
Schon dem oberflächlichen Blick zeigt sich, dass sich die Abfolge der Lieder im Italienischen Liederbuch um wechselnde thematische Schwerpunkte bewegt. Live werden sie leider selten geboten. Umso erfreulicher ist es, diese kleinen, schlagfertigen, schalkhaften und auch versonnenen Gesänge des Italienischen Liederbuchs von Hugo Wolf so genussreich dargestellt zu sehen.
Von der Opernwelt wurde Caroline Stein im Jahre 1998 für ihre Darstellung der Doppelrolle Venus/Gepopo (Le Grand Macabre) zur Sängerin des Jahres nominiert. 2007 brillierte sie in der Solopartie der Medea in der Oper Medeamaterial von Pascal Dusapin, einer Inszenierung von Sasha Waltz, welche im Grand Théâtre Weltpremiere feierte.
» Blut ist im Schuh. Luxemburg, 28. Mai. Zornrot leuchtet der Theatervorhang: medeamegärenrot. [...] Die famose Caroline Stein trifft die ekstatisch höchsten Spitzentöne perfekt, sie versteht es auch, die rankenden, colla parte von den Streichern begleitete Melismen-Girlanden zu häkeln. Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Medea
Der norwegische Bariton Espen Fegran ist ein gefragter Interpret zeitgenössischer Musik. Er singt in Hamburg, Stuttgart, München, Leipzig, Basel und Bogota sowie bei zahlreichen bekannten Opern- und Musikfestivals wie der Münchner Biennale, den Schwetzinger Festspielen und dem Oslofjord Opera Festival. Die gebürtige Südafrikanerin Ansi Verwey studierte an der Universität Stellenbosch Klavier, Orgel und Cembalo. Zu ihren Dozenten zählten u.a. John Antoniadis, Philip Levy, Pieter de Lange und Boudewijn Scholten. Das Dirigieren von Bühnenmusik gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Mitwirkung bei Barockkonzerten und Aufführungen zeitgenössischer Musik.
EN
Wolf longed to write opera, but he never succeeded as a composer of grand stage works. With the Italian Songbook, however, he managed to convey a captivating story using minimal resources. A soprano and a baritone offer a series of he-said-she-said snapshots of their affair as it runs its course from infatuation to estrangement to reconciliation. Restless harmonies and snippets of melody in the piano part add gravity to the slight texts, accentuating the highs and lows and joys and sorrows experienced by the two protagonists.
Idee und Konzept Caroline Stein, Espen Fegran, Ansi Verwey Sänger Caroline Stein (Sopran), Espen Fegran (Bariton) Klavier Ansi Verwey Produktion Grand Théâtre de Luxembourg