Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#66 MINNA VON BARNHELM ODER DAS SOLDATENGLÜCK

 Gotthold Ephraim Lessing

[DE] "Unsere Lustspiele bestanden in Verkleidungen und Zaubereien; und Prügeleien waren die witzigsten Einfälle derselben." schrieb Gotthold Ephraim Lessing noch 1759 über die deutschsprachigen Komödien. Acht Jahre später brachte Lessing mit seiner Minna von Barnhelm erstmals Zeitgeschichte auf die deutsche Bühne. Das Lustspiel gilt als eine der bedeutendsten Komödien der deutschsprachigen Literatur und differenzierte das Bild der komischen Figur nachhaltig.

Alles könnte so einfach sein: Minna liebt Tellheim und Tellheim liebt Minna. Aber Tellheim muss erobert werden wie eine Festung.

Nach Ende des Siebenjährigen Krieges wird dem Offizier der preußischen Armee zu Unrecht die Unterschlagung von Geldern vorgeworfen. Zum Krüppel geschossen, ohne Aufgabe, mittellos, tief in seiner Ehre und seinem Selbstbild verletzt, sieht sich Tellheim nicht mehr als angemessener Partner Minnas. In einem herunter gekommenen Etablissement voller zwielichtiger Gestalten am Rande Berlins, findet Minna ihren Geliebten endlich wieder. Um Tellheim aus seinem tragikomischen Verharren in der eigenen Kränkung herauszuholen, beginnt sie ein riskantes Spiel, das sie bald nicht mehr unter Kontrolle hat …

Das Stück könnte aktueller nicht sein, denn Tellheims übersteigertes Beharren auf männlichen Ehr- und Moralvorstellungen beschreibt eine radikale Umkehrung gegenwärtiger Praxis in Politik und Wirtschaft, die persönliche Vorteilsnahme als tolerierbares Kavaliersdelikt begreift. Was, wenn "Ehre" zum Fetisch wird?!

Karin Neuhäuser, 1955 in Leonberg geboren, besucht die Schauspielschule in Bochum. 1988 geht sie mit Holk Freytag nach Wuppertal und wechselt 1992 ans Theater an der Ruhr zu Roberto Ciulli, wo sie bis 1999 bleibt. Sie spielt hier unter anderem in Tschechows Kirschgarten. An der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin ist sie unter anderem Richard III. in der Regie von Johann Kresnik. Außerdem arbeitet sie an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin mit Falk Richter und Luk Perceval. Von 2002 bis 2005 ist sie Mitglied im Ensemble des Schauspielhauses Zürich unter der Leitung von Christoph Marthaler. Dort arbeitet sie unter anderem mit Christoph Marthaler, Stefan Pucher, Jan Bosse und Falk Richter. Karin Neuhäuser wirkt in verschiedenen Film- und Fernsehproduktionen mit und erhält mehrere Auszeichnungen, unter anderem den Theaterpreis des Verbandes Deutscher Kritiker und den Gordana Kosanovic Schauspielerpreis.

Seit 2000 realisiert Karin Neuhäuser regelmäßig eigene Regiearbeiten in Münster, am Staatstheater Kassel, am Schauspiel Frankfurt, am Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Theater an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr. Karin Neuhäuser ist seit der Spielzeit 2009/2010 festes Ensemblemitglied des Thalia Theaters.

» Es ist ein höchst unterhaltsamer Abend mit großer Liebe zum Detail geworden. Steffen Tost, Neue Ruhr Zeitung

 » Karin Neuhäuser, die in Mülheim mit Shakespeares "Was ihr wollt" vor gut einem Jahr schon einen großen Erfolg feierte, hat in ihrer "Minna" viele Register eines Boulevard-Krachers gezogen. Ein komisches Ereignis ist Dagmar Geppert als bodenständige, sächselnde Kammerzofe Franziska mit pinken Spangen und rosa Ballett-Rock, die nie ein Blatt vor den Mund nimmt und auch gerne mal einen Schluck nimmt. Dorothea Marcus, Nachtkritik

 » Karin Neuhäusers Neu-Inszenierung am Theater an der Ruhr treibt ein lustvolles Spiel mit den Facetten des Lustspiels: Verkleidung, Scherz und witzigen Charakteren. Dabei lässt sie statt eines typenhaften Komödien-Personals Menschen aus Fleisch und Blut auftreten. Die einzige Ausnahme ist Thomas Hoppensack in der neu dazuerfundenen Komikerrolle des Requisiteurs, der nicht nur immer mit passenden Dingen, sondern auch mit flotten Sprüchen zur Stelle ist. Dagmar Geppert gibt das "Frauenzimmerchen" Franziska keck und kreischend - ein komödiantisches Highlight. Klaus Stübler, Neue Ruhr Nachrichten

 

Mit dem Ensemble des Theater an der Ruhr
Major von Tellheim Klaus Herzog
Minna von Barnhelm Simone Thoma
Franziska Dagmar Geppert
Just Volker Roos
Der Wirt Steffen Reuber
Dame in Trauer / Riccaut de la Marliniere Petra von der Beek
Paul Werner Fabio Menéndez
Ein Requisiteur Thomas Hoppensack

Regie Karin Neuhäuser
Dramaturgie Sven Schlöcke
Bühnenbild Gralf-Edzard Habben
Kostümbild Alexander Schulz
Regieassistenz Dijana Brnic
Lichtgestaltung Thorsten Scholz
Musik Matthias Flake

Produktion Theater an der Ruhr
Koproduktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

 Mardi 23 AVRIL 2013 à 20h00 (tickets)
Mercredi 24 AVRIL 2013 à 20h00 (tickets)

DURÉE 2h05 (pas d'entracte)
 
Einführung zum Stück von Simone Beck eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung

Adultes 20 € / Jeunes 8 €

Lieu: Grand Théâtre / Studio

 [TICKETS]2013-04-23 20:00:00 13457+2013-04-24 20:00:00 13458