Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#06 OTELLO

GIUSEPPE VERDI

DRAMMA LIRICO EN 4 ACTES, D'APRÈS LA TRAGÉDIE DU MÊME NOM DE WILLIAM SHAKESPEARE
LIVRET DE ARRIGO BOITO
EN ITALIEN, AVEC SURTITRES EN FRANÇAIS & ALLEMAND

 

[DE] Wer daran zweifelt, dass große Schauspiel-Stoffe auch große Opern werden können, hat Verdis Otello nach der gleichnamigen Tragödie von Shakespeare noch nicht gesehen. Der Komponist und sein Librettist Arrigo Boito liefern ein atmosphärisch dichtes, inhaltlich differenziertes und mit Hochspannung aufgeladenes Musik-Drama, das dem Schauspiel in nichts nachsteht. Nie war Verdi dem durchstrukturierten Gesamtkunstwerk näher als bei diesem Alterswerk. Aber nie waren auch seine sängerischen Ansprüche höher als bei der Titelpartie, die von ihrem Interpreten erwartet, dass er süffige Italianitá mit der Durchschlagskraft eines Heldentenors verbindet. Da braucht es schon einen Sänger von der Statur des Weltstars José Cura.

Mit der Titelfigur steht und fällt auch die Interpretation des Stücks. Wie kommt es, dass der erfahrene Schlachtenlenker Otello auf eine vergleichsweise plumpe Intrige seines durchtriebenen Offiziers Jago hereinfällt und sich derart in einen Eifersuchtswahn hineinsteigert, dass er seine geliebte (und treue) Ehefrau Desdemona tötet? Wie funktioniert der Verfall eines gefeierten Siegers, der als Außenseiter zu höchsten Würden aufstieg und letztlich, öffentlich gedemütigt, als Mörder endet?

Andreas Kriegenburg, seit Jahren einer der profiliertesten deutschen Schauspiel-Regisseure, sieht Otello als Soldat, der sich im zivilen Leben nicht zurechtfindet. "Er empfindet die Liebe als einen Zustand der Unordnung", sagt er über seinen Protagonisten. Konsequenterweise lässt er die Oper in einem Flüchtlingslager unter Kriegs-Vertriebenen spielen. Kriegenburgs Interpretation, die auf psychische Durchleuchtung setzt, sorgte in Berlin für Jubel, aber auch für Diskussionen.

» Liebe und Tod treten einem auf der Opernbühne meist wie alte Bekannte entgegen, als Uressenzen der Gattung sozusagen, deren spezifisches Mischungsverhältnis das je individuelle Drama prägt. Doch wann hat man in der Oper zuletzt eine Begegnung zwischen Sängern erlebt, in der die Liebe nicht als ein selbstverständlich verfügbarer Grundaffekt erschienen wäre, sondern wie ein kostbarer Brokat behutsam und feinfühlend aus einem zarten Beziehungsgefädel von wechselseitiger Annäherung und Innehalten überhaupt erst gesponnen werden musste? Vielleicht muss man, wie der Regisseur Andreas Kriegenburg, vom Schauspiel herkommen, um die Psychologie einer solchen Szene auf der Opernbühne derart mit Intimität und Glaubhaftigkeit durchdringen zu können. Frankfurter Allgemeine Zeitung

» Andreas Kriegenburg lässt den Sängern viel Raum, besonders,wennsichdas schlussendlich letale Geschehenauf das mönchisch karge Eheschlafzimmer verengt… Das Quartett und die Duette in den beiden Mittelakten, die Liebesszene zwischen Otello und Desdemona am Ende des ersten und im vierten der Mord als deren negative Umkehrung - das waren erfüllte Momente italienischen Singens wie sie selten geworden sind. Schön, edel, die Zeit zum Stillstand bringend. Die Welt

» So schöpft die Aufführung ihre emotionale Schlüssigkeit aus der detailgenauen, psychologisch angelegten Personenregie Kriegenburgs. Was sich vor der Riesenwand der Flüchtlinge an Handlung begibt, zwischen demwuchtigen Schreibtisch des Generals, den Feldbetten und einer bequemen Sitzecke der Debatten mit Jago, es ist eine Art Kammerspiel der Gesten, der Körperintensität. Alle Figuren sind dabei eindrucksvoll präsent. Süddeutsche Zeitung

» Die Intensität, mit der Kriegenburg Otello und Desdemona psychologisch durchleuchtet und das Selbstzerstörerische dieser Beziehung offenlegt, ist bemerkenswert und auf der Opernbühne selten. Berliner Zeitung

DIRECTION MUSICALE Evan Rogister
MISE EN SCÈNE Andreas Kriegenburg
SCÉNOGRAPHIE Harald Thor
COSTUMES Andrea Schraad
CHORÉGRAPHIE Zenta Haerter
LUMIÈRES Stefan Bolliger

OTELLO José Cura
IAGO Lucio Gallo
CASSIO Yosep Kang
RODRIGO Gregory Warren
LODOVICO Hyung-Wook Lee
MONTANO Jörn Schümann
DESDEMONA Meagan Miller
EMILIA Liane Keegan

CHOEUR D'ENFANTS Kinderchor der Deutschen Oper Berlin & Chorale des enfants et des jeunes du Conservatoire de Musique de la Ville de Luxembourg
CHOEUR Chor der Deutschen Oper Berlin

ORCHESTRE Orchestre Philharmonique du Luxembourg

PRODUCTION Deutsche Oper Berlin
EN COOPÉRATION AVEC Les Théâtres de la Ville de Luxembourg
REPRÉSENTATIONS AU LUXEMBOURG EN COLLABORATION AVEC l'Orchestre Philharmonique du Luxembourg

Lundi 21 MAI 2012 à 20h00 (tickets)
Mercredi 23 MAI 2012 à 20h00 (tickets)
Vendredi 25 MAI 2012 à 20h00 (tickets)

DURÉE 2h40 & entracte
Adultes 65 €, 40 €, 25 € / Jeunes 8 €

Introduction à l'opéra
par Monsieur Stéphane Gilbart des amis de l'opéra une demi-heure avant chaque représentation (en langue française)

Lieu: Grand Théâtre / Grande salle

[FR] Otello de Verdi, c'est d'abord Othello de Shakespeare, une tragédie extraordinaire dans la caractérisation de ses personnages, devenus de véritables types humains, dans la fatalité inexorable qui entraîne l'intrigue jusqu'à son terme inéluctable, doublement fatal: Othello tue Desdémone, Othello se suicide. Pauvre et stupide Othello poussé sur la pente fatale de la jalousie meurtrière par les ruses diaboliques du traître Iago, triste Desdémone si douloureusement accusée à tort.

Verdi était fasciné par Shakespeare, qu'il lisait et relisait. Mais c'est bien tard pourtant, en 1879, il a alors soixante-six ans, qu'il ose enfin s'en emparer. Et si son opéra est une réussite, c'est grâce aussi au remarquable travail du librettiste, Arrigo Boito, qui a su non seulement préserver mais accroître la tension de l'oeuvre initiale.

Verdi apporte une réponse positive à la question qui se pose toujours à propos de la pertinence de l'adaptation d'un pareil chef-d'oeuvre. Sa musique multiplie les effets du texte. Elle est pure émotion, atmosphère sans pareille, élément constitutif du drame. Elle annonce, elle dit, elle rappelle, elle souligne, elle déplore, elle ironise. Quant aux voix, dans leurs tessitures conjuguées, quels échosmystérieux ne suscitent-elles pas en chacun. Ah! la rage d'Otello, l'innocence bafouée de Desdémone, le ricanement de Iago!

Cet Otello est aussi celui d'Andreas Kriegenburg, longtemps directeur du Thalia Theater à Hambourg. Pour lui, Otello est typique d'une société trop longtemps ravagée par la guerre. Les individus en sont marqués au plus profond d'eux-mêmes; ce qui a des conséquences épouvantables sur leur façon de voir les choses et de réagir. La scénographie, inattendue mais explicite, dit cet univers compromis, et établit des liens forts avec certaines réalités de notre monde d'aujourd'hui.

Otello, ce sera José Cura.

[EN] Verdi's opera of the great Shakespeare an tragedy is directed by Andreas Kriegenburg, long-time director of Hamburg's renowned Thalia Theater. Just as Verdi was fascinated by Shakespeare, so Kriegenburg is fascinated by the story of Othello, which he sees as typical of a society long ravaged by war. The result is an intense and visually dramatic production that nevertheless allows the singers roomto express themselves.