#44 IM HERZEN DER GEWALT

von Édouard Louis
in einer Fassung von Thomas Ostermeier,
Florian Borchmeyer & Édouard Louis
Aus dem Französischen von Hinrich Schmidt-Henkel

[DE] Nach Professor Bernhardi 2018 kehrt der gefeierte Theaterregisseur und künstlerischer Leiter der Schaubühne Berlin, Thomas Ostermeier, mit Im Herzen der Gewalt zurück ins Grand Théâtre.

Auf dem Heimweg von einem Weihnachtsessen in Paris trifft der junge Édouard um 4 Uhr morgens auf der Place de la République auf Reda, einen Mann algerischer Herkunft. Sie kommen ins Gespräch, beginnen zu flirten, und wenig später nimmt Édouard Reda mit zu sich in seine Einzimmerwohnung. Die beiden verbringen die Nacht miteinander, Reda erzählt von seiner Kindheit und dem Vater, der aus Algerien nach Frankreich geflohen ist. Die Stimmung ist ausgelassen, sie lachen, tauschen Zärtlichkeiten aus und haben Sex. Doch als Édouard bei ihrer Verabschiedung wenige Stunden später entdeckt, dass sein Smartphone verschwunden ist, und Reda plötzlich einen Revolver hervorholt, schlägt die Situation jäh um in Bedrohung, Gewalt und Vergewaltigung. Am nächsten Morgen begibt sich Édouard in polizeiliche und medizinische Obhut. In seiner Ratlosigkeit, wie er mit seinem Trauma umgehen soll, flieht er in die nordfranzösische Provinz zu seiner Schwester Clara und vertraut ihr die Geschichte an. Die Stimmen und Reaktionen seines Umfeldes, der Polizei und der behandelnden Mediziner auf den dramatischen Vorfall enthüllen einen gesellschaftlich tief verwurzelten Rassismus, Homophobie und intransparente Machtstrukturen.

Mit der Rekonstruktion einer traumatischen Nacht formuliert der französische Autor Édouard Louis in seinem autobiographischen Roman Im Herzen der Gewalt eine ebenso persönliche wie gesellschaftlich durchdringende Analyse über das Erwachsenwerden, Begehren, Migration und Rassismus und macht in der Stimmenvielfalt der Reaktionen auf das ihm angetane Verbrechen gesellschaftlich verdrängte Formen der Gewalt hörbar. Thomas Ostermeier adaptiert gemeinsam mit Édouard Louis den Roman für die Bühne als deutschsprachige Erstaufführung.

» Wenn es im Theater so etwas wie Wahrhaftigkeit und echte Auseinandersetzung mit den Härten sozialer Differenz gibt, dann kann man sie in der Inszenierung von Thomas Ostermeier erleben. Süddeutsche Zeitung, Peter Laudenbach

» Wer hat die Deutungsmacht über die Geschehnisse, wer hat die Hoheit über die Narration – das ist es, was Ostermeier an diesem Stoff und an der Erzählweise des Buchs so brennend interessiert. Deutschlandfunk Kultur, Barbara Behrendt

[DIS]

Mit Christoph Gawenda, Laurenz Laufenberg, Renato Schuch, Alina Stiegler
Musiker Thomas Witte

Regie Thomas Ostermeier
Mitarbeit Regie David Stöhr
Bühne & Kostüme Nina Wetzel
Musik Nils Ostendorf
Video Sébastien Dupouey
Dramaturgie Florian Borchmeyer
Licht Michael Wetzel
Mitarbeit Choreographie Johanna Lemke

Produktion Schaubühne Berlin
Koproduktion Théâtre de la Ville – Paris; Théâtre National Wallonie-Bruxelles; St. Ann’s Warehouse Brooklyn

Gefördert durch die Lottostiftung Berlin 

Premiere am 3. Juni 2018 an der Schaubühne Berlin

 

 

 

Samedi 14 MARS 2020 à 20h00 (tickets)
Dimanche 15 MARS 2020 à 17h00 (tickets)

DURÉE environ 2h00 (pas d'entracte)

Einführung zum Stück von Herrn Marc Rettel ½ Stunde vor jeder Vorstellung (DE).

Adultes 20 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Grand Théâtre / Studio

[TICKETS]2020-03-14 20:00:00 27428+2020-03-15 17:00:00 27429