Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#40 7 MINUTEN

BETRIEBSRAT
STEFANO MASSINI
DEUTSCH VON SABINE HEYMANN, 2015 © PER H. LAUKE VERLAG, HAMBURG
In Deutsch

[DE] Ein altes und traditionsreiches Textilunternehmen wird von einem multinationalen Unternehmen aufgekauft. Es scheint vorerst so, dass die 200 beschäftigten Arbeitnehmerinnen keine Entlassungen fürchten müssen. Sie können aufatmen.

Aber es gibt eine kleine Klausel in einer Vereinbarung, die der neue Eigentümer vom Betriebsrat unterzeichnen lassen will.

In einem Raum diskutieren nun die elf Frauen des Betriebsrats, ob sie die Kürzung der Mittagspause um sieben Minuten akzeptieren. Eine Stunde Zeit bleibt ihnen, um sich zu der Forderung zu verhalten. Sieben Minuten scheinen ein fairer Kompromiss, nur Blanche, die Älteste und Sprecherin des Betriebsrates, ist die Einzige, die von Anfang an Zweifel hat. Aber nach und nach schaltet sich jede der Frauen in die Debatte ein. Und jede blickt öffentlich auf ihr Leben zurück, bevor sie zu einem Entschluss kommt.

Das Stück basiert auf einer wahren Begebenheit in einer französischen Fabrik. Es geht um die Arbeit, die dort arbeitenden Frauen, ihre Rechte, und was elf Arbeiterinnen eine Stimme und Seele verleiht, die sich Sorgen um die Zukunft und um die ihrer Kinder machen. Es geht um die Wut, die prekäre Arbeitssituationen auslösen können sowie die Angst, in der die Masse der abhängig Beschäftigten auf der Welt heute lebt.

Stefano Massini, 1975 in Florenz geboren, studierte Stefano Massini Altphilologie, bevor er als Assistent von Luca Ronconi ans Piccolo Teatro in Mailand kam und am Maggio Musicale in Florenz mit diversen namhaften Regisseuren arbeitete. 2000 führte er bei seinem ersten Werk auch erstmals selbst Regie. Ab 2001 widmete er sich für ein paar Jahre der zeitgenössischen italienischen und internationalen Dramatik. Der Durchbruch als Dramatiker gelang ihm 2005 mit L’odore assordante del bianco (Der betäubende Geruch des Weißen), wofür er mit dem Pier Vittorio Tondelli-Preis ausgezeichnet wurde. Seithergilt Massini als einer der vielversprechendsten Autoren Italiens. 2007 wurde sein Stück über Anna Politkowskaja (Eine nicht umerziehbare Frau) auf zahlreichen in- und ausländischen Bühnen aufgeführt, verfilmt und auf den 66. Filmfestspielen in Venedig gezeigt. Massini erhielt den „National Critics Award“. An der Trilogie LEHMAN BROTHERS. Aufstieg und Fall einer Dynastie hat Massini während mehrerer Jahre gearbeitet. Das Stück wurde 2013 in Paris unter der Regie von Arnaud Meunier uraufgeführt und war im Dezember desselben Jahres auch im Grand Théâtre zu sehen. Die Produktion erhielt den Kritikerpreis für die beste Produktion des Jahres. Ebenfalls im Dezember 2013 erhielt Massini für sein dramatisches Werk und speziell für LEHMAN BROTHERS den italienischen Theaterpreis Premio Ubu. In Italien wurde das Werk am Mailander Piccolo Teatro im Januar 2015 in der Regie von Luca Ronconi aufgeführt, dessen Nachfolger als künstlerischer Berater des Piccolo Teatro Stefano Massini wird.

 

» Dieser Text, den Carole Lorang da als deutschsprachige Erstaufführung und als drittes Kooperationsprojekt zwischen den hauptstädtischen Bühnen und dem Staatstheater Mainz ins Kapuzinertheater bringt, ist Wahnsinn im besten Sinne. Bei der Premiere am Dienstagabend steht diese textlich fein gestrickte Aufarbeitung des italienischen Theater-Shootingstars Stefano Massini zu Recht ganz im Mittelpunkt. Daniel Conrad, Luxemburger Wort

 

» In ihrer Inszenierung gelingt es Carole Lorang, die nötige Spannung aufzubauen, dem Geschehen humorvolle Noten zu verpassen, um die Stimmung im nächsten Augenblick wieder kippen zu lassen und auf den Ernst der Situation aufmerksam zu machen. Simone Molitor, Lëtzebuerger Journal

» Die herausragende Ästhetik des realistischen Bühnenbildes, mit seinen Spindwänden und Neonröhren (Katrin Bombe) und die detailreichen Kostüme (Peggy Wurth) lassen das Publikum in eine versteckte, grausame Welt der Arbeit eintauchen, in der die Angst ums eigene Überleben nach und nach überhandnimmt und Werte wie Solidarität und menschliche Würde verschlingt. Josée Hansen, d’Lëtzebuerger Land

» Abschließend soll noch präzisiert sein, wie gut das Zusammenspiel der Darstellerinnen funktioniert. Konnte man befürchten, die Truppe aus Mainz würde kohäsiver spielen, da sie ein eingeschweißtes Team darstellt, indes die Luxemburger Schauspieler zwischen den Theaterhäusern wechseln, kann man nur hervorheben, wie hier jede Figur, mit ihren unterschiedlichen fiktionalen Herkünften ausgezeichnet, das manchmal feindselige Miteinander spielt. Jeff Schinker, Tageblatt

[DIS]

Mit Katharina Bintz (Sophie), Sophia Carla Brocker (Agnes), Nora Koenig (Arielle), Antonia Labs (Sabine), Sophie Langevin (Odette), Talisa Lara (Zoélie), Rosalie Maes (Mireille), Renelde Pierlot (Lorraine), Andrea Quirbach (Blanche), Leila Schaus (Mahtab), Leoni Schulz (Rachel)

Inszenierung Carole Lorang
Künstlerische Mitarbeit Linda Bonvini
Bühne Katrin Bombe
Kostüme Peggy Wurth
Licht Bart van Merode
Dramaturgie Carmen Bach
Musik Kyan Bayani
Maske Emilie Franco, Béa Stephany
Garderobe Claire Biersohn

Technische Mannschaft Benjamin Kandel, Sepp Koch, Paul Nossem, Jean Schutz

Koproduktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Staatstheater Mainz

Mardi 17 OCTOBRE 2017 à 20h00 (tickets)
Mercredi 18 OCTOBRE 2017 à 20h00 (tickets)
Mardi 24 OCTOBRE 2017 à 20h00 (tickets)
Jeudi 26 OCTOBRE 2017 à 20h00 (tickets)

DURÉE environ 1h30 (pas d'entracte)

Einführung zum Stück von Frau Carmen Bach eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung (in Deutsch)

Adultes 20 €, 15 €, 8 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Théâtre des Capucins

[TICKETS]2017-10-17 20:00:00 23584+2017-10-18 20:00:00 23585+2017-10-24 20:00:00 23586+2017-10-26 20:00:00 23587