#57 EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT

EUGENE O’NEILL
In Deutsch

[DE] „Was das Leben aus uns gemacht hat, dafür kann keiner was. Ehe man sich’s versieht, ist es passiert. Und dann geht es einfach so weiter, und man entfernt sich immer mehr von dem, wie man sein möchte, und am Ende haben wir uns selbst für immer verloren.“ Mary in Eugene O’Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht

Ein Tag einer Familie in den Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1912: der Vater, ein Schauspieler, seine Frau und die Söhne Jamie und Edmund. Die Familie leidet unter dem unvorstellbaren Geiz des Vaters, dem selbst seine nächsten Angehörigen zum Opfer fallen. Die drei Männer sind Alkoholiker, die Mutter Morphinistin, ihre gemeinsame Welt eine Hölle, in der alle voneinander abhängig sind, ein Entkommen scheint unmöglich.

Es sei mit „Blut und Tränen, geboren aus frühem Schmerz“ geschrieben, sagte Eugene O’Neill über sein stark autobiografisches Stück, in dem er die Erfahrungen seiner Kindheit und Jugend notiert und eine von Rausch und Gewalt bestimmte Realität beschreibt. Dennoch vermag er auch die bittere Komik dieser Situation anzudeuten, die der Tragik des Geschehens entspringt.

Das Stück wurde 1956, drei Jahre nach dem Tod des US-amerikanischen Dramatikers, uraufgeführt und mit dem Pulitzer-Preis für Theater – O’Neills vierter – sowie mit dem Tony Award ausgezeichnet.

Im Grand Théâtre ist das Familien- und Drogendrama in einer Inszenierung des 81-Jährigen italienischen Regisseurs Roberto Ciulli zu sehen, der seit mehr als 30 Jahren das Theater an der Ruhr leitet. Aus diesem Haus waren bereits mehrfach Inszenierungen im Grand Théâtre zu Gast, zuletzt Tschechows Auf der großen Straße.

» Roberto Ciulli lässt die Schauspieler in seiner Inszenierung mit schlichtem Bühnenbild äußerst dezent auftreten: Keine hysterischen oder cholerischen Ausbrüche – kein Entkommen aus dieser tristen Höhle. Ciulli zwingt sein Publikum diesen schleichenden Verfall in aller Ruhe und Schlichtheit mitzuerleben. Pol Schock, Luxemburger Wort

» Wie Simone Thoma als Mary Tyrone eine exaltierte Erhabenheit und irrelevante Zerbrechlichkeit an den Tag legt, lässt die Aufführung eine flirrende Energie ausstrahlen. Roberto Ciulli, der alte Magier, der im Frühjahr achtzig geworden ist, benutzt das Theater nicht für Botschaften, sondern setzt es poetisch ins Recht. Was aber bleibt, ist die Schönheit der Bilder. Frankfurter Allgemeine Zeitung

» Die Hölle, das sind die anderen. Das Elend aber hält die Familie Tyrone zusammen, der Suff und die Sucht. Am Theater an der Ruhr zeigt Roberto Ciulli Eugene O’Neills Familien- und Drogendrama Eines langen Tages Reise in die Nacht – und zeigt auch die grimmige Freude, die abgründige Komik am derart umnebelten Dasein. (..) Die Mülheimer Inszenierung zerrt das Drama nicht gewaltsam in die Gegenwart, sondern spürt dem Geist der Zeit nach und gibt zugleich Raum für sehr moderne, traumschön-spielfreudige Theatermomente. Langer Applaus für einen berauschenden Theaterabend mit Suchtfaktor. Westdeutsche Allgemeine Zeitung

[DIS]

Mit James Tyrone Klaus Herzog
Mary Carvan Tyrone Simone Thoma
James Tyrone Junior Fabio Menéndez
Edmund Tyrone Marco Leibnitz

Regie Roberto Ciulli
Dramaturgie Helmut Schäfer
Bühne
Gralf-Edzard Habben
Kostüm Elisabeth Strauß
Musik Matthias Flake
Lichtgestaltung Ruždi Aliji
Regieassistenz Dijana Brnic

Produktion Theater an der Ruhr Mülheim 

Mardi 26 AVRIL 2016 à 20h00 (tickets)
 Mercredi 27 AVRIL 2016 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h45 (pas d’entracte)

Adultes 20 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Grand Théâtre / Studio

Einführung zum Stück von Herrn Roberto Ciulli eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

[TICKETS]2016-04-26 20:00:00 19817+2016-04-27 20:00:00 19818