#53 VON DEM FUCHS / VAN DEN VOS

DIE GESCHICHTE VOM FUCHS…
… VON UND MIT FC BERGMAN, MIT EINEM TEXT VON JOSSE DE PAUW UND MUSIK GESCHRIEBEN VON LIESA VAN DER AA & SOLISTENENSEMBLE KALEIDOSKOP
Musiktheater in Deutsch

Nach der Vorstellung vom 17.März findet ein Nachgespräch mit dem künstlerischen Team statt. (In English)

[DE] „Feigheit ist die warme Decke, unter der wir unruhig schlafen Und Argwohn der Grund für unser kalt-verwirrtes Erwachen Missgünstig und lästernd trotten wir gebückt durch dunkle Tage Während der kalte Wind im Tal freies Spiel hat, Schmieden wir Pläne für einen letzten Mord.“ Lied vom Reineke Fuchs von Josse de Pauw

Das Antwerpener Theaterkollektiv FC Bergman ist mit seinen prächtigen und sprachlosen Bildtheater-Produktionen schlagartig bekannt geworden. Nach radikalen Bearbeitungen unter anderem von La Divina Commedia und Das Alte Testament, arbeitet FC Bergman jetzt mit einem anderen literarischen Klassiker: dem Epos Van den vos Reynaerde (Über Reineke Fuchs). In der mittelalterlichen Fabel entdeckt das Kollektiv aus sechs Schauspielern, Autoren und Filmemachern ein Sittenbild der heutigen Zeit: Im Mittelpunkt steht Isegrim, ein mit beträchtlicher krimineller Energie ausgestatteter Wolf. Das Treiben seines ehemaligen Freundes Reineke Fuchs macht ihn fassungslos, er will ihn vor Gericht sehen. In Wahrheit aber beneidet der selbst ernannte Moralist den charmanten Betrüger und skrupellosen Verbrecher.

Der Stoff ist denkbar alt, die Form überraschend neu: Reineke Fuchs bleibt in dieser Adaption der Fabel lange Zeit ein Phantom. Zum Protagonisten wird der Wolf, der keine Chance hat gegen den Fuchs, der wie eine Mischung aus Guerilla-Kämpfer und Robin Hood aus dem Off des Waldes agiert. Zwischen Live-Soundtrack und Live-Film, der zeitweilig äußerst grausame Szenen zeigt, entstehen auf der Bühne verstörende Bilder, die die Grenze zwischen Natur und Kultur, zwischen bürgerlichen Regeln und souveräner Individualität verhandeln.

Der flämische Schauspieler, Regisseur und Autor Josse de Pauw, von dem am Grand Théâtre bereits mehrere Stücke zu sehen waren, war für Van den vos als Theaterautor tätig. Gespiegelt wird die Mär durch die sphärische Musik, die aus der Begegnung zwischen der jungen Popmusikerin Liesa van der Aa mit dem Solistenensemble Kaleidoskop entstand, einem 2006 in Berlin gegründeten Kammerorchester, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, traditionelle Konzertformen zu durchbrechen und verschiedene Künste in inszenierte Konzerte, Musiktheater oder Installationen einzubeziehen.

» Das spartenübergreifende Kollektiv (...) verbindet die körperliche Unmittelbarkeit des Theaters mit einem filmischen Realismus, den man so von der Bühne nicht (mehr) gewohnt ist und der den tröstlichen Gedanken erschwert, es sei ja „alles nicht echt“ – bis zum Wasser, das gegen Ende über die Ränder des Pools tritt und den Füßen der ersten Zuschauerreihe gefährlich nahe kommt, und den an der Grenze des Erträglichen angesiedelten Gewaltszenen. (...) Van den vos überschreitet Grenzen, auch jene des guten Geschmacks – es entfaltet aber auch einen Sog, der in seiner alptraumhaften Dichte auf ständige Überforderung zielt und dem Publikum einen Sicherheitsabstand ebenso unmöglich macht wie den Figuren auf der Bühne. Niemand bleibt hier sauber. Auch das Publikum scheint am Schluss mitgenommen, einige Zuseher verlassen fluchtartig den Raum. Der Wolf und der Fuchs – sie sind uns beunruhigend nah. Wiener Zeitung 

[DIS]

Mit
Stef Aerts
Joé Agemans
Viviane De Muynck
Gregory Frateur
Bart Hollanders
Ewout D'haene
Dirk Roofthooft
Wim Verachtert
Marie Vinck 
June Voeten
Thomas Verstraeten

Text Josse de Pauw
Musik Liesa van der Aa, Michel Rauter, Daniella Strasfogel, Paul Valikoski
Solistenensemble Kaleidoskop Paul Valikoski, Dea Szucs, Ildiko Ludwig, Yodfat Miron, Michael Rauter, Boram Lie, Caleb Salgado
Statisten Jean-Louis Atzori, Philippe Ugolini, Alain Schmitt, Raymond Jungnickel, Jean-Jacques Ruchot, Daniel Lleser

Lyrics final song Gregory Frateur, Craig Ward
Inszenierung & Bühne FC Bergman
Kostüme An d’Huys
Licht FC Bergman i.c.w. Ken Hioco
Ton-Gestaltung Alex Fostier

Sound Maarten Meeussen, Steven Bontinck
Video Paul van Claudenberg
Dekor Niels Antonissen, Jan Pallinckx
Garderobiere Monique Van Hassel
Technischer Produktionsleiter Diederik Hoppenbrouwers
Produktionsleiter Celine van der Poel

Produktion Toneelhuis Antwerpen, Muziektheater Transparant (Antwerpen), Solistenensemble Kaleidoskop (Berlin)
Koproduktion Wiener Festwochen, Stadsschouwburg Amsterdam, Kaaitheater (Brüssel), Le Phénix – Scène nationale Valenciennes, Operadagen Rotterdam, Stichting Theaterfestival Boulevard, ’s-Hertogenbosch, Berliner Festspiele/Foreign Affairs

Sponsoren Amadea, Vranckx, Floor Gres, Gavra, Agfa Gevaert NV, Boudewijn Sea Park
Mit der Unterstützung vom Kulturförderprogramm der Europäischen Union 

Jeudi 17 MARS 2016 à 20h00 (tickets)
Vendredi 18 MARS 2016 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h40 (pas d’entracte)

Adultes 25 €, 20 €, 15 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Grand Théâtre / Grande salle réduite

 

[TICKETS]2012016-03-17 20:00:00 19802+2016-03-18 20:00:00 19803