#48 TRANSIT

VON ANNA SEGHERS
In Deutsch

[DE] „Dieses Buch ist in Marseille entstanden, in den erwähnten Cafés, wahrscheinlich sogar, wenn ich zu lange warten musste, in Wartezimmern auf Konsulaten, dann auf Schiffen, auch interniert auf Inseln, in Ellis Island in USA, der Schluss in Mexiko.“ Anna Seghers

Marseille im Sommer 1940: Am Rande des Kontinents stauen sich die Flüchtlingsströme. Tausende suchen einen Weg heraus aus Europa, hetzen nach Visa und Transits und hoffen verzweifelt, eine der wenigen Passagen nach Übersee zu ergattern. Unter ihnen ein junger Deutscher: Aus einem Arbeitslager bei Rouen geflohen und ausgestattet mit falschen Papieren strandet auch er in der überfüllten Hafenstadt. Hier verliebt er sich in Marie. Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann, einem Schriftsteller namens Weidel, von dem sie beim Einmarsch der Deutschen in Paris getrennt wurde.

Der junge Regisseur Alexander Riemenschneider, geboren 1981, lässt den Schauspieler Thorsten Hierse erzählen, anderthalb Stunden lang. Er erzählt, was Anna Seghers in ihrem Roman so eindrücklich geschildert hat: das Chaos, das Warten, die Hoffnung und die Verzweiflung der Flüchtenden – den menschenunwürdigen Transitzustand, der auch heute für Millionen von Menschen bittere Realität ist. Auf ihrer eigenen Odyssee von Marseille nach Mexiko, unmittelbar unter dem Eindruck ihrer persönlichen Erlebnisse, begann Anna Seghers an diesem Roman zu arbeiten, der, wie Heinrich Böll sagte, „zum schönsten wurde, den Anna Seghers geschrieben hat“. Der Roman erschien zunächst 1944 auf Englisch. Auf Deutsch wurde Transit erstmals von August bis November 1947 in der Berliner Zeitung veröffentlicht.

» Der junge Regisseur Alexander Riemenschneider hat Anna Seghers‘ Roman von 1942 (…) auf einen Theaterabend reduziert, in dem uns drei Schauspieler auf der Bühne die ständige Wiederholung der Geschichte, die Ausweglosigkeit der Menschheit veranschaulichen. (…) Mehr braucht es nicht, um fast zwei Stunden lang gefesselt zu sein, im Bann des Erzählers (Thorsten Hierse), der mit Duktus, Rhythmus und Sprache fasziniert. Lëtzebuerger Land

» Thorsten Hierse ist der Erzähler in der DT-Box-Inszenierung von Alexander Riemenschneider. Er sitzt auf einem Stuhl, eine Flasche Rosé neben sich, blickt uns an und entknotet, konzentriert, aber auch abfällig, fast angewidert seine vertrackte Geschichte. Seine Zunge fährt immer wieder zwischen Zahnfleisch und Wange, als fänden sich dort noch lästige Papierkrümel, sein Blick fliegt zur Seite, als müsse er ein Traumbild abschütteln. Er bewältigt nicht nur einen anderthalbstündigen Monolog, sondern vermag es auch, allein über die Konzentration und leichte Duktuswechsel, Figuren hinzutupfen. (...) Und hinten sitzt Tobias Vethake, er zupft Akkorde und drischt Geräusche in die Loop-Maschine, die zur akustischen Hamsterrad-Metapher wird. Mehr braucht ein starker Theaterabend nicht. Berliner Zeitung

[DIS]

Premiere am 27. September 2014, Box des Deutschen Theaters

Es spielen
Thorsten Hierse
Wiebke Mollenhauer
Tobias Vethake (Live-Musik)

Regie Alexander Riemenschneider
Bühne & Kostüme Katharina Kownatzki
Musik Tobias Vethake
Dramaturgie Meike Schmitz

Produktion Deutsches Theater Berlin

Lundi 7 MARS 2016 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h30 (pas d’entracte)

Adultes 20 € / Jeunes 8 € / Kulturpass bienvenu

Lieu: Grand Théâtre / Studio

Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

[TICKETS]2016-03-07 20:00:00 19793