Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#60 DAS HIMBEERREICH

VON ANDRES VEIEL
Uraufführung am 16. Januar 2013 am Deutschen Theater Berlin
In Deutsch

Nach der Vorstellung laden der Regisseur und sein Team Ihr Publikum zu einem Nachgespräch ein.

[DE] "Wir müssen permanent Entscheidungentreffen in einem Bereich, den niemand wirklich durchdringt."

Die soziale Realität im 21. Jahrhundert reizt immer mehr Theatermacher zur Auseinandersetzung. Die Situation von Top-Managern und HartzIV-Empfängern, von Verkäuferinnen und Bänkern spiegelt sich immer öfter auf deutschen Bühnen.

Andreas Veiel ist einer der kreativsten und ungewöhnlichsten Dokumentarfilmer im Lande. Seine Auseinandersetzungen mit der RAF (Black Box BRD) oder mit den Lebensläufen junger Schauspieler (Die Spielwütigen) wurden vielfach preisgekrönt, sein dokumentarisches Theaterstück Der Kick über einen brutalen Mord an einem jugendlichen Außenseiter in einem brandenburgischen Dorf bekam den deutschen Jugendliteraturpreis.

Für Das Himbeerreichhat Veiel jahrelang mit aktiven und ausgestiegenen Größen aus den höchsten Etagen der Finanzwelt gesprochen. Daraus hätte auch diesmal eine Film-Dokumentation werden können, aber seine Gesprächspartner beharrten fast ausnahmslos auf ihrer Anonymität. Und so entstand aus unzähligen Interviews ein Theaterstück, das schon im Vorfeld auf so viel Interesse stieß, dass sich mit dem Schauspiel Stuttgart und dem Deutschen Theater Berlin zwei große Häuser die Uraufführung quasi teilten.

Andres Veiel ist in seiner Recherche den Verbindungslinien zwischen den persönlichen Motiven und den gesellschaftlichen Strukturen im Finanzwesen gefolgt. Zusammen mit einem hochkarätigen Ensemble schaut er hinter die Fassaden der Glaspaläste und liefert eine spannende Innenansicht der Welt der Banker, unterstützt von Schauspiel-Größen der ersten Kategorie wie Ulrich Matthes, Joachim Bißmeier und Susanne-Marie Wrage.

» Er [Andres Veiel] verwendet die Äußerungen der realen Personen lediglich als Material für einen so beklemmenden wie schockierenden, kunstvoll verdichteten Kommentar zur Lage der Welt - und wer wenn nicht die "Masters of the Universe", wie Tom Wolfe derlei Gestalten schon 1987 nannte, könnte ihm treffenderes Fachvokabular liefern? [...] Die Inszenierung, die jeden Hauch von gefühligem Mitnicken entschieden unterbindet, führt als schwarze Messe von einem Höllenkreis in den nächsten und betäubt die Zuschauer mit kühl geschilderten Visionen von Krisen, Zusammenbrüchen, Staatspleiten. [...] Für Lehren, Hilfe, Beruhigung ist dieses Inferno eisiger ökonomischer Irrationalität, das Andres Veiel souverän abstrakt und jenseits dokumentarischer Gradlinigkeit entworfen hat, nicht geeignet, für einen bösen Blick in den Abgrund und auf das System der Zerstörung allerdings sehr. Frankfurter Allgemeine Zeitung

» Großartige Schauspieler, die hochkomplizierte Sätze plötzlich verständlich machen, durch eine Betonung hier, eine kleine Geste da: Da ist man doch hin und weg! Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

» Das alles ist brillant formuliert, lässt einem vor allem aber den Atem stocken, weil man weiß, dass diese Formulierungen nicht Fiktion sind, sondern Realität. Deutschlandradio

[DIS]

Mit
Dr. Brigitte Manzinger
Susanne-Marie Wrage
Gottfried W. Kastein Ulrich Matthes
Dr. Dr. h.c. Walter K. von Hirschstein Joachim Bißmeier
Bertram Ansberger Manfred Andrae
Niki Modersohn Sebastian Kowski
Hans Helmut Hinz Jürgen Huth

Regie Andres Veiel
Bühne Julia Kaschlinski
Kostüme Michaela Barth
Chorleitung Stefan Streich
Dramaturgie Ulrich Beck, Jörg Bochow

Produktion Deutsches Theater Berlin
Koproduktion mit dem Schauspiel Stuttgart
Gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

 

Samedi 15 MARS 2014 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h40

Einführung zum Stück von Frau Simone Beck,  Herr Andres Veiel (Regisseur) & Herr Ulrich Beck (Dramaturg) eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

Adultes 25€, 20€, 15€ / Jeunes 8€

Lieu: Grand Théâtre / Grande Salle réduit

[TICKETS]2014-03-15 20:00:00 15674