Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#59 ÖDIPUS STADT

VON SOPHOKLES, EURIPIDES, AISCHYLOS
Übersetzung von Gregor Schreiner
In Deutsch

[DE] "Du bist das Ende dieser Stadt."

Die Geschichte vom Geschlecht der Labdakiden ist einer der zentralen Mythen der griechischen Antike und damit der Erfindung des Theaters. Die "Großen Drei" der antiken Dramatik - Sophokles, Aischylos und Euripides - haben sich daran abgearbeitet, insbesondere mit ihren Stücken König Ödipus, Sieben gegen Theben, Die Phönizierinnen und Antigone. Betrachtet man sie als dramatische Chronik einer Generationenfolge, erzählt sich darin nicht nur die Saga einer Königsfamilie um Ödipus, seiner rivalisierenden Söhne Eteokles und Polyneikes und seiner Töchter Antigone und Ismene. Es ist auch die Geschichte einer Stadt - Theben -, deren machtpolitisches Überleben mit dieser Familie eng verzahnt ist. Prägende Muster von Störung und Zerstörung zeigen sich in der Geschichte dieses Königshauses, in dem Gewalt Gewalt gebiert, Macht Gegenmacht herausfordert und Angst provoziert. Selbst der Staatsmann und Vernunftkönig Kreon, der am Ende des Mordens an die Macht kommt, versucht seine vermeintliche Schwäche durch Überhärte wett zu machen - und zerstört so die Stadt, für deren Erhalt er angetreten ist.

In einer Neuübersetzung für das Deutsche Theater wird die Geschichte Thebens und ihrer Herrscher als Trilogie, als Dreischritt in die Katastrophe erzählt und damit der Blick über die großen Einzelhelden hinaus auf die Zusammenhänge von Mensch, Macht und Mythos gelenkt.

» In der Inszenierung von Stephan Kimmig, die Ödipus, seine geehelichte Mutter Iokaste, die gemeinsamen Söhne Eteokles und Polyneikes, die Töchter Antigone und Ismene, den königlichen Schwager Kreon und dessen Söhne Menoikeus und Haimon wie ferngelenkte Figuren auf einem felderlosen Schachbrett herumschiebt, schlüpft Ulrich Matthes in die Rolle des inzestuös-patriziden Herrschers von Theben – mit einer Eindringlichkeit, dass es einem eiskalt den Rücken hinunter läuft. Neben ihm besticht vor allem Susanne Wolff als Kreon, der sich vom sachlichen Berater zum rücksichtslosen Herrscher wandelt. Und genau diese doppelte Ausgewogenheit – zwischen den Figuren und, in der schauspielerisch handwerklichen Qualität, im Ensemble selbst – macht aus der Produktion des Deutschen Theaters Berlin einen richtig großen, bleibenden Theatermoment. Nichts ist hier überflüssig, nichts kann man entbehren. Luxemburger Wort

» Kimmigs Schnittmuster hat System. Was der Regisseur aus antiker Göttermacht und Schicksalsergebenheit freilegt, ist das zeitlose Psychogramm der Macht. […] die großartige, wandlungsfähige Susanne Wolff [ist] ein Kreon von seltener Eindringlichkeit […]. Trierischer Volksfreund

» Wenn Matthes als Ödipus seine Frau Iokaste (schön herb und unverschnörkelt: Barbara Schnitzler), von der er noch nicht weiß, dass sie seine Mutter ist, eher grob und heftig küsst; oder wenn er im Nachgenuss des Triumphes mit aufblitzenden Augen erzählt, wie er einst einen Reisenden erschlagen hat, von dem er noch nicht weiß, dass es der eigene Vater war - da will man beim Zusehen vor Faszination und Beklemmung die Zeit anhalten. Matthes spielt das unsentimental, genau, auch hart, ohne jede vorgeführte Ergriffenheit. Süddeutsche Zeitung

» In einem plausibel einstudierten, vehementen Minimalismus werden Worte, Blicke, Gesten wie Schwerter gekreuzt, die Emotionen schlagen Funken. Ulrich Matthes als Ödipus etwa baut seine Reden zu Hörspielen voller Hochmut, Panik und Grauen aus. [...] Stets leistet ihm sein Schwager Kreon Beistand, der in Kimmigs Inszenierung zur vielschichtigsten Figur gerät. In allem scheint der das Gegenteil des Ödipus zu sein: schwarz gewandet, von einer Frau gespielt und zumindest am Anfang rational und bodenständig. Susanne Wolff zeigt diesen bald aufsteigenden Politprofi aus der zweiten Reihe mit famoser Lust an der eitlen Raserei, die sich bis zur selbstzerstörerischen Egomanie hochschaukelt. Frankfurter Allgemeine Zeitung

» Es ist ein Familienfluchdrama wie das der Atriden, ein Inzestkrimi, ein Kriegsstück und am Ende der Diskurs über Staatsraison, Religion, Kinderglaube (weil Antigone gegen den weltlichen Gesetz des neuen Herrschers Kreon ihren als Rebell gefallenen Bruder Polyneikes bestatten will) - auch über Recht und Freiheit, Schuld und Sühne. Und nichts kommt zu kurz, trotz aller Kürzungen in den Texten. Das macht die Intelligenz dieses Abends. Der Tagesspiegel

[DIS]

Mit
Ödipus
Ulrich Matthes
Kreon Susanne Wolff
Iokaste Barbara Schnitzler
Teiresias Bernd Stempel
Antigone Katharina Marie Schubert
Eteokles / Bote aus Korinth Elias Arens
Polyneikes / Hirte / Wächter Moritz Grove
Menoikeus / Haimon Thorsten Hierse
Ismene / Knappe v. Eteokles Olivia Gräser

Regie Stephan Kimmig
Bühne Katja Haß
Kostüme Johanna Pfau
Musik Michael Verhovec
Dramaturgie John von Düffel

Produktion Deutsches Theater Berlin

Mercredi 12 MARS 2014 à 20h00 (tickets)
Jeudi 13 MARS 2014 à 20h00 (tickets)

DURÉE 2h30 (pas d'entracte) 
 
  Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

Adultes 25€, 20€, 15€ / Jeunes 8€

Lieu: Grand Théâtre / Grande Salle réduit

[TICKETS]2014-03-12 20:00:00 15672+2014-03-13 20:00:00 15673