Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

#58 MUTTERSPRACHE MAMELOSCHN

VON MARIANNA SALZMANN
Uraufführung am 9. September 2012 am Deutschen Theater Berlin
In Deutsch

[DE] "Hast du das immer noch nicht verarbeitet?"

Drei Frauen, drei Generationen, drei Lebensentwürfe: Großmutter, Mutter und Tochter. In den Generationen wiederholen und variieren sich gesellschaftliche Abhängigkeiten: Was hieß es vor 50 Jahren in der DDR als Jüdin zu leben und was bedeutet es heute? Die Fragen nach Identität, nach Zugehörigkeit und Heimat werden vor dem Hintergrund eines latenten Antisemitismus in der DDR gestellt, den die Mutter bitter erfahren musste. Und auch wenn sich inzwischen einiges geändert hat und die Freiheiten andere geworden sind, sind die Fragen nach Freiheit und einem selbstbestimmten Leben dieselben geblieben.

Komödiantisch, philosophisch, politisch, hintergründig: Dieses Stück ist so vielfältig wie die Realität dreier Generationen, die es beschreibt. Die Großmutter eine von den Nazis verfolgte Kommunistin, die Tochter in der DDR groß geworden mit der überlebensgroßen Biographie ihrer Mutter, dazu die Enkelin, die sich nach New York abgesetzt hat, um den heimischen Grundsatzdiskussionen zu entgehen.

Marianna Salzmann, Jahrgang 1985, wuchs in Moskau auf, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin und wurde für ihr Stück Muttermale Fensterblau mit dem Kleist-Förderpreis 2012 ausgezeichnet. Mit Muttersprache Mameloschn wurde sie dieses Jahr neben Größen wie Elfriede Jelinek, Franz-Xaver Kroetz und Moritz Rinke für den renommierten Mülheimer Dramatikerpreis nominiert.

» Ein psychologisch mitreißendes und biografisch enthüllendes Spiel, das im seiner feinfühligen Aussage besticht und aufwühlt. […] Gabriele Heinz [verkörpert] eindrucksvoll die von Hitler und seinen Schergen gepeinigte Jüdin, die verziehen hat, aber nie vergessen wird. […] Anita Vulesica imponiert in der Rolle der sich unglücklich zwischen Judentum und Sozialismus eingeengt fühlenden DDR-Bürgerin. […] Etwas ungestüm aufmuckend, linkisch schlendernd und wie ein Wasserfall plaudernd, gibt Natalia Belitski waschecht die junge unerfahrene Frau ab, die sich verändern und alles Neue kennenlernen möchte. Tageblatt

» Salzmanns Blick zurück in die Geschichte, in die Biografien der Älteren, ist frei von der Besserwisserei der Nachgeborenen, unverkitscht und voller Respekt. Das macht ihre Figuren so lebendig und ihr Stück, großes Wort: berührend. [...] Die junge Regisseurin Brit Bartkowiak hat das witzig und ohne in die Sentimentalitätsfalle zu tappen, inszeniert. [...] Gabriele Heinz als tapfere, bittere Altkommunistin, Anita Vulesica als ihre ideologiedesinteressierte Tochter Clara mit betonierter Dauerwelle und Natalia Belitski als gut gelaunt herbe Enkelin Rahel sind eine bezaubernde Damenriege. Süddeutsche Zeitung

» Brit Bartkowiak hat die skizzenhafte Geschichte der drei Frauen mit lakonischer Poesie und vor allem drei starken Schauspielerinnen inszeniert: [...] Das alles ist sehr angenehm klischeefrei und selbstverständlich als heutiges Familienbild in Szene gesetzt und gut ausbalanciert zwischen Tiefgang, Poesie und Boulevard. nachtkritik.de

» Regisseurin Brit Bartkowiak entfesselt feinfühlig eine packende Redeschlacht, in der sich Egomanie, Hass und Schuldgefühle, Schmerz, Liebe und Hingabe sowie die Sehnsüchte nach dem frischen Wind der Freiheit und der wohligen Wärme von Tradition, Einbindung, Geborgenheit wie meschugge mischen im signifikanten Bühnenbild von Nikolaus Frinke. Berliner Morgenpost

[DIS]

Mit
Lin
Gabriele Heinz
Clara Anita Vulesica
Rahel Natalia Belitski

Regie Brit Bartkowiak
Bühne Nikolaus Frinke
Kostüme Carolin Schogs
Musik Thies Mynther
Dramaturgie Ulrich Beck

Produktion Deutsches Theater Berlin

 

Lundi 10 MARS 2014 à 20h00 (tickets)
Mardi 11 MARS 2014 à 20h00 (tickets)

DURÉE 1h25 (pas d'entracte)

  10.03 Einführung zum Stück von Frau Simone Beck eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

 11.03 Einführung zum Stück von Frau Simone Beck & Herr Ulrich Beck (Dramaturg) eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn (in Deutsch)

Adultes 20€, 15€, 8€ / Jeunes 8€

Lieu: Théâtre des Capucins

[TICKETS]2014-03-10 20:00:00 15670+2014-03-11 20:00:00 15671