Les Théâtres de la Ville de Luxembourg

BEGRABT MEIN PFERD IN LA MANCHA

Nach "Kicking a dead horse" von Sam Shepard
Übersetzung Kim Bauler In Deutsch

[DE] So hatte Hobart Struther das alles eigentlich nicht geplant, als er sich aufgeregt vorstellte, wie er wie Lewis und Clark durch die unbekannte Wildnis streifen würde - auf der Suche nach

"Authentizität". Jetzt steht der ehemalige Kunsthändler, der feststellte dass seine Werte hohl und seine Ehe am zerfallen ist, neben seinem toten Pferd und gräbt ein Loch, meilenweit entfernt von jeglicher Zivilisation und Menschenseele - außer seiner eignen, mit welcher er sich dann, gezwungenermaßen, unterhält. Er gräbt also tief in sein Innerstes, ohne aber die Antworten zu finden, die er sucht. Was hat er denn überhaupt zu finden gehofft? Draußen ist nichts. Niemand. Keine Menschenseele. Die Wüste, das Nichts - wieder einmal die der Shepardsche Tod des amerikanischen Traums. Diesmal kommt er in Beckettscher Manier daher, Struthers Selbstgespräch wie ein Clov und Hamm Dialog. Das Pferd, ein Symbol des amerikanischen Traums, liegt tot auf dem Rücken: der noble Traum, dem Struther nacheifert, liegt schon lange tot auf dem Rücken.

Begrabt mein Pferd in La Mancha nach Kicking a dead horse ist der erste Teil eines Projektes, das Anne Simon für die Théâtres de la Ville und das Théâtre National erarbeitet. Die Geschichte vom traurigen Cowboy wird eine Brücke schlagen zu der des Ritters von trauriger Gestalt. Zusammen mit Luc Feit (bekannt aus dem Film Sonnenallee) beschäftigten sich Steve Karier und Anne Simon im zweiten Teil (im März 2014) mit Don Quijote.

Hobart Struther steht noch immer alleine in der Wüste neben einem toten Pferd und gräbt. Mittlerweile hat er alles mit sich beredet was zu sagen war und langweilt sich. Er schaut das tote Pferd an: Don Quijote ist tot, denkt er und hält eine imaginäre Grabrede. Struther begibt sich somit auf ein Terrain, das er bisweilen strikt ablehnte: das der Fantasie. So steht denn plötzlich neben einem verzweifelten, einsamen Geschäftsmann und Cowboy, ein drahtiger Ritter mit einer Waschschüssel auf dem Kopf. Dem Einsamen bleibt nichts anderes übrig als sich blindlings diesem Fremden mit seinen Hirngespinsten hinzugeben. Mit der Zeit findet der Skeptiker Gefallen daran, wird zu Sancho Pansa wie ihn Kafka malt: Er macht seinen eignen Teufel - in diesem Falle seine Einsamkeit - zu Don Quijote, um von sich selbst abzulenken und kann so sein Leben in Ruhe im Schatten eines (umgefallenen) Gauls genießen.

2 Stücke von Möchtegern-Cowboys und imaginären Rittern: Am 8. März haben sie Möglichkeit gleich beide Vorstellungen nacheinander am selben Abend zu sehen: "Begrabt mein Pferd in La Mancha" im Kapuzinertheater um 17 Uhr und "Don Quijote" um 20 Uhr im TNL.

» Steve Karier spielt Hobart Struther als einen Mann, der langsam an sich selbst irr wird. Er gräbt tief in seiner Seele, und was er dort findet, gefällt ihm nicht. [...] Mit Wut und Selbstmitleid lässt er Struther seine Träume hinterfragen. Tageblatt

[FR] » [Le rôle d’Hobart Struther] permet au comédien Steve Karier de déployer de multiples ressorts – belle présence sur scène. [...] La mise en scène d’Anne Simon, bien structurée, met en valeur certains épisodes, accompagnés des tonalités discrètes de la création musicale d’Emre Sevindik, crée de beaux tableaux en guidant le comédien à travers les diverses facettes de ce périple [...]. Le Jeudi

» ... un implacable Steve Karier révèle une absolue précision de jeu et un dynamisme, une force à faire pâlir les plus grands acteurs européens [...] Cette pièce est un coup de tonnerre dans le paysage théâtral luxembourgeois [...] Elle souligne aussi l’intelligence et une certaine maturité de la metteure en scène [Anne Simon] D’Lëtzebuerger Land

[DIS]

Mit Hobart Struther Steve Karier
Junge Frau Géraldine Philipczyk

Regie Anne Simon
Bühne & Kostüme Anouk Schiltz
Musik Emre Sevendik
Assistenz Tom Dockal

Werkstatt der Theater der Stadt Luxemburg Marc Bechen, Marcel Henkes, Constant Krieps, Marc Miltgen, Michel Mombach, Guy Wolff
Schneiderei Denise Schumann, Théâtre National du Luxembourg
Bühnentechnik Ben Kandel, Jeff Müller, Nadine Simon

Produktion Les Théâtres de la Ville de Luxembourg, Théâtre National du Luxembourg

Deutschsprachige Erstaufführung im November 2013 in Luxemburg
Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

 

Lundi 18 NOVEMBRE 2013 à 20h00 (tickets)
Lundi 25 NOVEMBRE 2013 à 20h00 (tickets)
Lundi 3 MARS 2014 à 20h00 (tickets)
Mercredi 5 MARS 2014 à 20h00 (tickets)
Samedi 8 MARS 2014 à 17h00 (tickets)

DURÉE environ 1h10 (pas d'entracte)

Adultes 20€, 15€, 8€ / Jeunes 8€

Lieu: Théâtre des Capucins

   [TICKETS]2013-11-18 20:00:00 15638+2013-11-25 20:00:00 15639+2014-03-03 20:00:00 15667+2014-03-05 20:00:00 15668+2014-03-08 17:00:00 15669