[DE] Einhundertvierzigtausend!!! Die Kassette! Heiland ... Angstschweiß ... einhundertvierzigtausend!!!
"Wer hätte das von Heinrich Krull gedacht! Dieser Oberlehrer kommt gesund und munter von der Hochzeitsreise mit der zweiten, zwanzig Jahre jüngeren Frau zurück, erfährt, daß seine Tante Elsbeth ihr Vermögen, das er erben möchte, in die gemeinsame Wohnung hat transportieren lassen, und malt sich die Wonnen seiner gesicherten Zukunft mit einer so brennenden Gegenständlichkeit aus, daß sein armes Hirn davon versengt zu werden anfängt."
Mit erbarmungsloser Ehrlichkeit entlarvt Sternheim hochtrabende Selbstinszenierungen von Familiensinn, von Moral und Anstand als rücksichtslosen Kampf ums liebe Geld und den eigenen Glücksanspruch.
Es gelingt Sternheim ein Meisterwerk - ein provozierendes und zeitloses Stück, knapp, präzise, folgerichtig - lächerlich und tragisch zugleich - und beklemmend aktuell.
Die wilde Jagd nach dem Gold, in die sich hier Bürger mit gesicherter Existenz bis zur Besinnungslosigkeit stürzen, wird zum Abbild des Lebens, das immer das Mittel zum Zweck erniedrigt.
Und die Kassette? Sie bedeutet erst recht mehr als sich selbst. Sie braucht nicht nur bayrische Staatspapiere zu enthalten: es können noch wert- und wesenlosere Dinge sein, um deretwillen man das Leben versäumt.
REGIE Marion PoppenborgBÜHNE Christoph Rasche
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Donnerstag 7. OKTOBER 2010 um 20.00 Uhr (tickets)
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